⚖️ Mietrecht-Ratgeber

Umlagefähige Nebenkosten:
Was darf dein Vermieter umlegen?

Alle 17 umlagefähigen Positionen nach Betriebskostenverordnung (BetrKV)
— und welche Kosten nicht erlaubt sind. Die vollständige Übersicht.

⚖️ Basierend auf deutschem Recht
✓ Kostenlose Ersteinschätzung
🇩🇪 Deutsche Server
Umlagefähige Nebenkosten - alle 17 Positionen nach Betriebskostenverordnung

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur 17 Kostenarten sind umlagefähig — abschließend geregelt in § 2 der Betriebskostenverordnung (BetrKV).
  • Verwaltungskosten, Reparaturen und Instandhaltung sind nicht umlagefähig — trotzdem tauchen sie regelmäßig in Abrechnungen auf.
  • Die Umlage muss im Mietvertrag vereinbart sein — ohne Vereinbarung darf der Vermieter keine Betriebskosten abrechnen.
  • "Sonstige Betriebskosten" (Nr. 17) sind nur umlagefähig, wenn sie im Mietvertrag konkret benannt sind.
  • 2,67 €/qm im Monat nennt der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes für das Abrechnungsjahr 2024 — ein Vergleichswert, kein Rechtsmaßstab.
  • Kostenlos prüfen: Lade deine Abrechnung hoch — die KI erkennt nicht umlagefähige Posten automatisch.
  • Einwendungen sind dein Recht (§ 556 Abs. 3 Satz 5 BGB) — und für eine ordentliche Kündigung braucht dein Vermieter nach § 573 Abs. 1 Satz 1 BGB ein berechtigtes Interesse an der Beendigung des Mietverhältnisses.
§ 2 BetrKV

Alle 17 umlagefähigen Betriebskostenarten

Die Betriebskostenverordnung (BetrKV) definiert abschließend, welche Kosten der Vermieter auf Mieter umlegen darf. Hier findest du jede einzelne Position mit Erklärung und dem Durchschnittswert des Betriebskostenspiegels für das Abrechnungsjahr 2024.

Nr. Bezeichnung Was ist enthalten? Ø €/qm im Monat (2024)
1 Laufende öffentliche Lasten Grundsteuer — wird von der Gemeinde erhoben und richtet sich nach dem Grundstückswert. 0,18 €
2 Wasserversorgung Kosten für Frischwasser, Wasseruhren, Wassergeld, Kosten für eine hauseigene Wasserversorgungsanlage. 0,29 € (Wasser und Abwasser zusammen)
3 Entwässerung Gebühren für die Haus- und Grundstücksentwässerung (Schmutz- und Regenwasser). in Nr. 2 enthalten
4 Heizung Brennstoffkosten, Betriebsstrom der Heizanlage, Wartung, Bedienung, Immissionsmessung, Reinigung der Anlage. Größter Einzelposten. 1,32 € (mit Warmwasser, Bandbreite 0,46 – 2,18 €)
5 Warmwasser Kosten der Warmwassererzeugung: Brennstoff, Betriebsstrom, Wartung und Reinigung der Warmwassergeräte. in Nr. 4 enthalten
6 Verbundene Heizung/Warmwasser Bei verbundenen Anlagen (eine Anlage für Heizung und Warmwasser) werden die Kosten rechnerisch aufgeteilt. —
7 Aufzug Betriebsstrom, Beaufsichtigung, Bedienung, Überwachung, Pflege und Reinigung, regelmäßige Prüfung (TÜV). 0,20 €
8 Straßenreinigung und Müllabfuhr Öffentliche Straßenreinigungsgebühren, Müllabfuhrgebühren, Kosten für Mülltonnen und Müllschlucker. 0,20 € (Müll 0,16 €, Straßenreinigung 0,04 €)
9 Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung Reinigung gemeinschaftlich genutzter Gebäudeteile (Treppenhaus, Flure, Keller) und Schädlingsbekämpfung. 0,21 €
10 Gartenpflege Laufende Pflege gärtnerisch angelegter Flächen: Rasenmähen, Heckenschnitt, Laubentfernung, Düngung. Neuanpflanzungen sind nicht umlagefähig. 0,15 €
11 Beleuchtung Strom für die Außenbeleuchtung und Beleuchtung der gemeinschaftlich genutzten Gebäudeteile (Treppenhaus, Keller, Flure). 0,06 €
12 Schornsteinreinigung Kehr- und Überprüfungsgebühren des Schornsteinfegers nach der Kehr- und Überprüfungsordnung. 0,04 €
13 Sach- und Haftpflichtversicherung Gebäudeversicherung (Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel), Glasversicherung, Haftpflichtversicherung für Gebäude und Grundstück. 0,31 €
14 Hauswart Vergütung für den Hauswart, soweit er Pflege- und Reinigungsarbeiten übernimmt. Verwaltungsaufgaben des Hauswarts (z.B. Mieterkommunikation) sind nicht umlagefähig. 0,21 € — 0,37 €, wenn Gebäudereinigung, Gartenpflege und Winterdienst nicht separat abgerechnet werden
15 Gemeinschaftsantenne / Kabel Betrieb der Gemeinschaftsantennenanlage, Breitbandkabelanschluss (monatliche Grundgebühren). Seit dem 1. Juli 2024 ist das Nebenkostenprivileg für Kabel entfallen. 0,07 € (nur bis 30.06.2024 umlagefähig)
16 Waschraum Betriebskosten für gemeinschaftliche Waschmaschinen und Trockengeräte: Strom, Wasser, Wartung. kein Wert im Spiegel
17 Sonstige Betriebskosten Nur wenn im Mietvertrag konkret benannt! Z.B. Wartung Rauchmelder, Dachrinnenreinigung, Prüfung Spielgeräte. Ein pauschaler Verweis reicht nicht (BGH VIII ZR 137/15). 0,07 €

Quelle: § 2 Betriebskostenverordnung (BetrKV). Durchschnittswerte nach dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes für das Abrechnungsjahr 2024, veröffentlicht am 18.12.2025. Der Spiegel ist ein Vergleichs-, kein Rechtsmaßstab — Lage, Baujahr und Ausstattung erklären Abweichungen ebenfalls.

Achtung

Nicht umlagefähige Nebenkosten — was der Vermieter nicht abrechnen darf

Diese Kosten tragen Vermieter selbst. Tauchen sie trotzdem in deiner Abrechnung auf, zahlst du zu viel — und kannst den Betrag zurückfordern.

Die Betriebskostenverordnung (BetrKV) einfach erklärt

Die BetrKV ist die zentrale Rechtsgrundlage für die Nebenkostenabrechnung. Sie definiert, was Betriebskosten sind und welche Kosten umgelegt werden dürfen.

Basierend auf deutschem Recht - Betriebskostenverordnung und BGB
§ 1

Was sind Betriebskosten?

Nach § 1 BetrKV sind Betriebskosten die Kosten, die dem Eigentümer durch das Eigentum am Grundstück oder den bestimmungsmäßigen Gebrauch des Gebäudes laufend entstehen. Einmalige Kosten (z.B. Reparaturen) sind ausdrücklich ausgenommen.

§ 2

Die 17 Kostenarten

§ 2 BetrKV listet abschließend die 17 umlagefähigen Betriebskostenarten auf. Der Vermieter darf nur diese Kosten auf den Mieter umlegen — vorausgesetzt, der Mietvertrag enthält eine entsprechende Vereinbarung (§ 556 BGB).

📋

Mietvertrag als Grundlage

Die BetrKV allein reicht nicht aus. Der Mietvertrag muss die Umlage von Betriebskosten vorsehen. Die meisten Mietverträge enthalten einen pauschalen Verweis auf § 2 BetrKV — das ist zulässig und deckt alle 17 Kostenarten ab.

📊

Verteilerschlüssel

Die Kosten werden nach einem Verteilerschlüssel auf die Mieter umgelegt — meist nach Wohnfläche, Personenzahl oder Verbrauch. Bei Heizkosten schreibt die Heizkostenverordnung mindestens 50 % verbrauchsabhängige Abrechnung vor.

Häufige Fehler

Die häufigsten Fehler bei umlagefähigen Nebenkosten

Der Prüfdienst Mineko berichtet, dass 86 Prozent der rund 37.000 Abrechnungen, die er 2025 geprüft hat, fehlerhaft waren — eingeschickt haben sie Mieter mit Fehlerverdacht, ein Querschnitt aller deutschen Abrechnungen ist das also nicht. Diese Probleme finden wir am häufigsten.

🏢

Verwaltungskosten versteckt

Verwaltungskosten werden oft unter dem Posten "Hauswart" oder "Sonstige Kosten" versteckt. Nur die tatsächlichen Reinigungs- und Pflegearbeiten des Hauswarts sind umlagefähig — nicht seine Verwaltungsaufgaben.

🔧

Reparaturen als Betriebskosten

Reparaturen am Aufzug, an der Heizungsanlage oder am Dach werden manchmal als "Wartung" deklariert. Wartung ist umlagefähig, Reparaturen nicht — die Grenze ist oft fließend, aber entscheidend.

❓

"Sonstige" ohne Vereinbarung

Unter "Sonstige Betriebskosten" (Nr. 17) werden Kosten abgerechnet, die im Mietvertrag nicht konkret benannt sind. Ohne ausdrückliche Vereinbarung im Mietvertrag ist die Umlage unzulässig (BGH VIII ZR 137/15).

🏚️

Leerstandskosten umgelegt

Bei Leerstand muss der Vermieter den anteiligen Kostenanteil der leeren Wohnung selbst tragen. Werden die Gesamtkosten nur auf vermietete Wohnungen verteilt, zahlen die Mieter zu viel.

🛡️

Falsche Versicherungen

Umlagefähig sind nur Gebäudeversicherung und Haftpflicht. Mietausfallversicherung, Rechtsschutz und Hausrat des Vermieters sind nicht umlagefähig — werden aber häufig pauschal mitabgerechnet.

🌳

Gartenpflege vs. Neuanlage

Laufende Gartenpflege ist umlagefähig. Neuanpflanzungen und Umgestaltungen sind hingegen Instandsetzung und gehören nicht in die Abrechnung. Ein neuer Baum ist keine Betriebskosten.

Unsere KI erkennt nicht umlagefähige Posten automatisch

Lade deine Nebenkostenabrechnung hoch. Die KI gleicht in etwa zwei Minuten jeden einzelnen Posten mit § 2 BetrKV ab und zeigt dir, was dort nicht hingehört.

📸 Foto genügt
⚡ Ergebnis in etwa 2 Minuten
0€ Komplett kostenlos
📸 Jetzt kostenlos prüfen

Häufige Fragen zu umlagefähigen Nebenkosten

Umlagefähig sind ausschließlich die 17 Betriebskostenarten nach § 2 BetrKV: Grundsteuer, Wasserversorgung, Entwässerung, Heizung, Warmwasser, verbundene Heizungs-/Warmwasserversorgung, Aufzug, Straßenreinigung und Müllabfuhr, Gebäudereinigung und Ungezieferbekämpfung, Gartenpflege, Beleuchtung, Schornsteinreinigung, Sach- und Haftpflichtversicherung, Hauswart, Gemeinschaftsantenne/Kabel, Waschraum sowie sonstige Betriebskosten (nur wenn im Mietvertrag konkret vereinbart).

Nicht umlagefähig sind: Verwaltungskosten (z.B. Hausverwaltung, Buchhaltung), Instandhaltungsrücklagen, Reparaturen am Gebäude oder an Anlagen, Bankgebühren des Vermieters, Leerstandskosten für unvermietete Wohnungen, Rechtsanwaltskosten des Vermieters und Mietausfallversicherungen. Diese Kosten muss der Vermieter selbst tragen.

Sonstige Betriebskosten sind ein Auffangtatbestand. Sie dürfen nur umgelegt werden, wenn sie im Mietvertrag konkret benannt sind. Ein pauschaler Verweis auf 'sonstige Betriebskosten' reicht nicht aus (BGH VIII ZR 137/15). Beispiele: Wartung von Rauchmeldern, Dachrinnenreinigung oder Prüfung von Spielgeräten.

Ja. Ohne eine wirksame Vereinbarung im Mietvertrag darf der Vermieter keine Betriebskosten auf den Mieter umlegen — auch wenn sie nach BetrKV grundsätzlich umlagefähig wären. Die Vereinbarung kann pauschal auf § 2 BetrKV verweisen oder die einzelnen Kostenarten aufzählen.

Achte auf Bezeichnungen wie 'Verwaltung', 'Hausverwaltung', 'Instandhaltungsrücklage', 'Reparatur', 'Bankgebühren' oder unklare Sammelposten wie 'Sonstiges' ohne konkrete Benennung. Auch versteckte Verwaltungskosten im Hauswart-Posten sind häufig. Die KI-Prüfung von Anwalt GURU erkennt solche Posten automatisch.

Ja. Wenn nicht umlagefähige Kosten in deiner Abrechnung enthalten sind, kannst du den zu viel gezahlten Betrag zurückfordern. Leg innerhalb von 12 Monaten nach Erhalt der Abrechnung schriftlich Widerspruch ein (§ 556 Abs. 3 Satz 5 BGB). Die Verjährungsfrist für Rückforderungsansprüche beträgt 3 Jahre.

Abrechnung prüfen — kostenlos und in etwa 2 Minuten

Lade deine Nebenkostenabrechnung hoch. Die KI findet nicht umlagefähige Posten, überhöhte Kosten und formelle Fehler.

📸 Foto genügt
⚡ Ergebnis in etwa 2 Minuten
0€ Komplett kostenlos
Laden im App Store
4,6 (61+)
Jetzt bei Google Play
4,6 (80+)

Redaktioneller Hinweis: Dieser Ratgeber basiert auf geltendem deutschem Recht (BGB, BetrKV) und aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Die Inhalte werden regelmäßig auf Aktualität geprüft. Stand: März 2026. Anwalt GURU bietet KI-gestützte Ersteinschätzungen, die keine verbindliche Rechtsberatung im Sinne des RDG darstellen. Für individuelle rechtliche Vertretung empfehlen wir die Konsultation eines Fachanwalts für Mietrecht.

Weitere Ratgeber

Wählen Sie Ihr Betriebssystem:

Kostenlos · Keine Werbung · Kein Abo nötig